Silberstreif am Horizont...

Nach Wochen, Monaten, des nachts-nicht-schlafen-können, ist da Aussicht auf Zukunft...

Hallo Welt.
Irgendwie hab ich gerade das Verlangen, mir das letzte Jahr mal vor Augen zu halten...
Wie ich mich verändert habe. Wie ich mich durchs arbeiten verändert habe. Was ich hinter mir gelassen habe. Und was ich dagegen gefunden habe.

Am besten fange ich mit der Arbeit an...
Es hat schon ziemlich geprägt, denke ich.
Ein Jahr im Umgang mit Menschen mit Behinderung.
Und es war das schönste seit so, so langer Zeit.

Zu Anfang hatte ich noch einige Schwierigkeiten, mich darauf einzulassen. Erstmal mir selbst zu helfen, bevor ich anderen helfen kann.
Da waren Löcher, die ich mir die Jahre vorher gegraben habe. Und aus denen ich mich, eines nach dem anderen, irgendwie herausbefördert hab. Und ich habe sie zugeschüttet, um die dunklen Gedanken am Grund möglichst nie wieder zu sehen.
Und ich bin, verdammt nochmal, gewachsen. Ich stehe nun hinter dem, was ich tu.
Letzte Woche ein Gespräch mit meiner Mentorin gehabt. Und fast geweint ^_^
"Wir kennen uns ja jetzt wirklich gut, und da kann ich ja auch ehrlich zu dir sein... Zu Anfang, da hab ich mich wirklich gefragt, wie das Jahr mit dir hinhauen soll... so wie du dich in dir selbst verkrochen hast... und heute, da denke ich mir, hätte es kaum besser sein können."
Zur Hölle - Bestätigung tut gut, auch wenn ich sie heute nicht mehr so sehr brauche, wie einst, um an mich zu glauben.
Den Status des verschreckten Kaninchens hab ich abgelegt

Und nun hab ich auch einen Plan ab August, wenn das FSJ vorbei ist.
Man kann sich jetzt drum streiten, ob ein Minijob so der Burner ist, aber hey, es ist was. Und dann wird die Schule nächstes Jahr nochmal in Angriff genommen. Und das solange, bis es endlich klappt.

Hinter mir gelassen habe ich eine Freundschaft. - Eher hat die Freundschaft mich hinter sich gelassen.
Neun Monate ist es her, dass ich was von der 'Guten' gehört habe.
Und viel, viel Zeit habe ich damit verbracht, vor mich hin zu flennen.
Und jetzt lache ich, wenn ich jemandem davon erzähle und total schockiert angeschaut werde... "WAS? Aber... aber... ihr wart doch ein Herz und eine Seele... wie... wie... ein Kopf und ein Arsch..."
Die Leute verstehen nicht, wie wir kaputt gehen konnten.
Und ich muss sagen, dank dir und deinem verschrobenen Vorsatz, 'nicht' mit mir zu reden, habe ich es lange Zeit auch nicht.
Im nächsten Atemzug kommen die Leute dann immer an mit Vorschlägen wie "Rede doch nochmal mit ihr. Vielleicht bringt 'ne Aussprache ja was." oder (find ich ja tierisch witzig... ganz ganz erwachsen =D) "Schreib ihr doch mal einen Brief".
Und was sage ich diesen Leuten dann? - "Was bringt mir ein Brief, ein Gespräch, wenn ich diesem Menschen eh nie wieder vertrauen könnte?"
Aber soll ich mal ehrlich sein? - Du hast mir einen Gefallen getan.
Du hast mir gezeigt, wer es wirklich wert ist, Freundschaft entgegengebracht zu bekommen. Dafür bekommst du zu einem besonderen Anlass 'nen Blumenstrauß...

Nach einem doch irgendwie seltsamen Jahr... und vor dem wundervollsten Sommer schlechthin...
Em ♥
3.7.11 01:14


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